Die kurze Antwort: Prüfe der Reihe nach die Abos in deinem Apple Account und bei Google Play, die Kontoumsätze der letzten zwölf Monate, Karten- und PayPal-Zahlungen, deine Handyrechnung und dein E-Mail-Postfach. Notiere zu jedem Abo Anbieter, Betrag, Rhythmus und den nächsten Abbuchungstermin.
Warum es keine vollständige Liste gibt
Apple und Google sehen nur, was über ihre eigenen Stores abgerechnet wird. Ein Abo, das du direkt auf der Website eines Anbieters abgeschlossen hast, taucht dort nicht auf — genauso wenig wie Einziehungsaufträge, Zahlungen über PayPal oder Dienste, die über die Handyrechnung laufen.
Leg dir deshalb zuerst eine einfache Tabelle an: Dienst, Betrag, Rhythmus, Zahlungsweg, nächste Abbuchung und Entscheidung. Kündige noch nichts, bevor die Liste fertig ist. Mehrere kleine Beträge wiegen oft mehr als das eine große Abo, an das du sofort denkst.
1. Abos im Apple Account prüfen
Öffne auf dem iPhone oder iPad die Einstellungen, tippe auf deinen Namen und dann auf Abonnements. Dort stehen die Abos, die über den gerade angemeldeten Apple Account laufen. Öffne jeden Eintrag und notiere Preis, Abrechnungszeitraum und Verlängerungsdatum.
Fehlt ein Abo, das du erwartest, such in deinen E-Mails nach „Beleg von Apple“ oder „Rechnung von Apple“. Auf dem Beleg steht, mit welchem Apple Account gekauft wurde — vielleicht mit einem älteren Account oder dem eines Familienmitglieds. Findest du gar keinen Beleg von Apple, hast du das Abo wahrscheinlich bei einem anderen Unternehmen abgeschlossen. Dann hilft der Kontoauszug weiter.
2. Abos bei Google Play kontrollieren
Auf einem Android-Handy öffnest du in Google Play dein Profil und rufst deine Abos auf. Prüfe, mit welchem Google-Konto du angemeldet bist, und wiederhole die Kontrolle für jedes weitere Konto.
Wichtig: Wenn du eine App deinstallierst, ist das Abo damit nicht gekündigt. Eine App kann längst vom Handy verschwunden sein, während die Zahlung weiterläuft. Ein gekündigtes Abo bleibt bis zum Ende des bezahlten Zeitraums nutzbar — trag auch solche Einträge mit ihrem Enddatum ein.
3. Kontoumsätze der letzten zwölf Monate durchgehen
Die Umsätze in der Banking-App zeigen, was wirklich abgebucht wurde, egal wo du das Abo abgeschlossen hast. Schau dir mindestens zwölf Monate an. Bei einem kürzeren Zeitraum übersiehst du Jahresabos, Domains, Cloudspeicher oder Mitgliedsbeiträge, die nur einmal im Jahr fällig werden.
Achte auf wiederkehrende Namen und ähnliche Beträge. Viele Verträge laufen per Einziehungsauftrag (SEPA-Lastschrift) direkt vom Konto, andere über die Bankomat- oder Kreditkarte. Der Buchungstext nennt oft einen Zahlungsdienstleister oder eine Firma, die anders heißt als die App. Eine Abbuchung, die du nicht zuordnen kannst und nicht veranlasst hast, klärst du mit deiner Bank — sie gehört nicht einfach in die Abo-Liste.
Rechne nicht nur mit gleichen Beträgen: Preise ändern sich, und Zahlungen in einer Fremdwährung schwanken im Eurobetrag.
4. Im E-Mail-Postfach mit mehreren Begriffen suchen
Such nach „Abo“, „Abonnement“, „Verlängerung“, „Rechnung“, „Zahlungsbestätigung“ und „Testzeitraum“, aber auch nach englischen Wörtern wie „subscription“, „renewal“, „receipt“ und „invoice“. Ergänze Firmennamen aus dem Kontoauszug, die du nicht zuordnen kannst. Denk an Archiv, Spam-Ordner und ältere E-Mail-Adressen.
E-Mails zeigen dir vor allem Probezeiträume, angekündigte Preiserhöhungen und kommende Verlängerungen. Vollständig sind sie nie: Nachrichten werden gelöscht oder landen bei einer alten Adresse.
5. PayPal, Handyrechnung und direkte Verträge
Wenn du mit PayPal zahlst, öffne dort die Übersicht über automatische Zahlungen. Am Konto steht oft nur „PayPal“; in der Übersicht siehst du, welcher Händler tatsächlich abbucht.
Schau dir auch die Handyrechnung an. Manche Dienste werden über den Mobilfunkbetreiber abgerechnet oder sind Teil eines Tarifs. Solche Abos kündigst du laut Apple beim Betreiber selbst. Frag im Zweifel nach, welche Zusatzdienste auf deiner Rechnung laufen.
Ergänze zum Schluss, was du direkt beim Anbieter bezahlst: Zeitung, Streaming, Software, Vereinsbeitrag oder Fitnessstudio. Auch Zugänge, die dein Arbeitgeber bezahlt, gehören mit einem Vermerk in die Liste.
6. Abos von Raten und Einzelkäufen trennen
Nicht jede regelmäßige Buchung ist ein Abo. Eine Ratenzahlung endet nach einer festen Zahl an Raten; ein Abo verlängert sich meist von selbst. Eine jährliche Zahlung kann auch ein Einzelkauf ohne Verlängerung sein. Rechnung oder Kundenkonto beim Anbieter schaffen Klarheit.
Notiere den Rhythmus genau: wöchentlich, alle vier Wochen, monatlich, vierteljährlich oder jährlich. „Ungefähr € 15“ reicht für eine Kostenübersicht nicht; verwende den tatsächlich abgebuchten Betrag.
7. Eine Liste anlegen, die du weiterführen kannst
Eine brauchbare Übersicht beantwortet fünf Fragen: Welcher Dienst? Was kostet er? Wie oft wird abgerechnet? Wo kündige ich? Wann ist die nächste Abbuchung? Eine Kategorie wie Unterhaltung, Arbeit, Lernen, Gesundheit oder Speicher macht Doppelungen sichtbar.
Speichere keine vollständigen Kartennummern und keine Passwörter. „Kreditkarte, Endziffern 42“, „Google Play“ oder „Einziehungsauftrag“ genügen.
Bei bekannten Diensten lohnt der Abgleich mit dem aktuellen Preisverzeichnis — für den Spotify-Preisen für Österreich haben wir es zusammengestellt. Weicht dein Betrag ab, liegt das meist an einem älteren Abo oder am Kauf über einen App-Store.
Probeabos und Familienabos richtig erfassen
Ein Gratismonat steht noch nicht am Kontoauszug. Notiere das Datum der ersten Abbuchung und den Preis danach. Ein Probeabo über Apple musst du spätestens 24 Stunden vor dem Ende kündigen, wenn es sich nicht verlängern soll.
Bei Familienabos zahlt oft eine Person für alle. Halte fest, wer den Vertrag verwaltet und welchen Anteil du wirklich trägst. Das Apple-Abo eines Familienmitglieds kann nur dieses Familienmitglied selbst kündigen.
Checkliste
- Jeden Apple Account und jedes Google-Konto prüfen.
- Zwölf Monate Kontoumsätze und Kartenabrechnungen durchsehen.
- Einziehungsaufträge und PayPal-Zahlungen kontrollieren.
- Die Handyrechnung auf Zusatzdienste prüfen.
- Alle E-Mail-Postfächer nach Belegen und Verlängerungen durchsuchen.
- Probeabos und Jahresverlängerungen mit Datum notieren.
- Private, familiäre und berufliche Abos kennzeichnen.
Typische Fehler
- nur den App Store oder nur Google Play anzuschauen;
- nur den letzten Monat am Konto zu prüfen;
- ein zweites Apple- oder Google-Konto zu vergessen;
- eine App zu löschen und zu glauben, das Abo sei damit gekündigt;
- Jahresabos und Gratismonate nicht zu notieren.
Häufige Fragen
Zeigt mir meine Bank alle Abos?
Die Umsätze zeigen, was von diesem Konto oder dieser Karte abgebucht wurde. Gratismonate, Abos, die jemand anderer bezahlt, und Zahlungen von einem zweiten Konto fehlen. Der Kontoauszug ist wichtig, aber nicht die ganze Liste.
Reicht es, die Karte sperren zu lassen?
Nein. Eine Kartensperre ist keine Kündigung. Kündige beim Anbieter auf dem vorgesehenen Weg und heb die Bestätigung auf. Sonst können weitere Zahlungsversuche oder offene Forderungen folgen.
Wie oft sollte ich meine Abos kontrollieren?
Ein kurzer Blick einmal im Monat genügt für neue Abbuchungen. Einmal im Quartal lohnt sich eine gründliche Runde, bei der du auch Nutzung und Preis prüfst. Vor teuren Jahresverlängerungen hilft eine Erinnerung im Kalender.
Verbindet sich Renelly mit meinem Bankkonto?
Nein. Renelly braucht keine Bankverbindung: Du trägst deine Abos selbst ein. Die App ist noch in Entwicklung.
